Logo Eine Kampagne der KJG für mehr Toleranz

Dokumentation

1. Station: Mainz

"Herzlich grüße ich euch und sie alle und freue mich sehr, dass ihr heute mitten in Mainz ein deutliches Zeichen setzt gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in unserer Gesellschaft [...]. Es ist eine Herausforderung und Aufgabe für jede und jeden von uns, den verschiedenen Formen von Fremdenfeindlichkeit, die wir erleben, entgegenzutreten und uns für ein menschliches, tolerantes Miteinander einzusetzen."
(Grußwort des Schirmherren, Karl Kardinal Lehmann)

Plakat Mainz

Die Veranstaltung in Mainz wurde am 25. August 2001 auf dem Rathausplatz mit großem Erfolg durchgeführt (www.kjg-mainz.de). In drei Talkrunden wurden die Aktionen der Kampagne vorgestellt, die politischen Forderungen mit PolitikerInnen diskutiert und der soziologische Blickwinkel auf das Thema Rechtsextremismus gelenkt. Musikalische Unterhaltung boten vier bekannte Bands aus der Region, die die Stimmung zwischen den ernsthaften Diskussionen auflockerten. Weiterer Programmpunkt war die Prämierung der Sieger im zuvor initiierten KJG Wettbewerb. Ziel des Wettbewerbs war es, die Diskussion auf breiter Ebene anzulegen. Kinder und Jugendliche hatten sich mit dem Thema "enjoy the difference" auseinandergesetzt und Ideen entwickelt, wie die Kampagne weiter getragen werden könnte. Sieger war das Dekanat Bergstraße-Mitte. Es machte den Vorschlag, am traditionellen Winzerfest mit einem Motivwagen und einer Fußgruppe im Rahmen des Festumzuges auf die Forderungen der KJG aufmerksam zu machen.

Außerdem fand im Rahmen der Veranstaltung ein Gottesdienst statt, der zum Thema Toleranz und Fremdenfeindlichkeit gestaltet war.

Die KJG bietet Räume, "in denen man sich nicht groß machen muss, indem man andere runtermacht". So fasste eine Teilnehmerin die ständige Alternative des KJG-Angebots mit Gruppenstunden oder offenen Treffs zusammen.

Grußwort des Bischofs von Mainz

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Aktionstag für Toleranz "enjoy the difference" der KJG!

Herzlich grüße ich euch und Sie alle und freue mich sehr, dass ihr heute mitten in Mainz ein deutliches Zeichen setzt gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in un-serer Gesellschaft! Sehr gerne habe ich für diesen Aktionstag - an dem unter dem Motto "enjoy the difference" Livebands spielen, Wettbewerbspreise verliehen werden und ein Gottesdienst gefeiert wird - die Schirmherrschaft übernommen.

Immer wieder erschrecken uns in den Medien Nachrichten über Gewalt an Menschen anderer Herkunft. Diskriminierende und verletzende Worte und Taten gegen ausländische Mitbürger hat aber mancher vielleicht auch schon selbst miterlebt. Intoleranz und Ablehnung können sich in offenen, aber auch versteckten, subtilen Formen äußern. Es ist eine Herausforderung und Aufgabe für jede und jeden Einzelnen von uns, den verschiedenen Formen von Fremdenfeindlichkeit, die wir erleben, entgegenzutreten und uns für ein menschliches, tolerantes Miteinander einzusetzen.

Dazu gehört auch, sich in gesellschaftlichen und politischen Fragen kundig zu machen und eine Meinung zu bilden. Es muss nicht jeder die gleiche Position haben. Aber es ist wichtig, Argumente zu kennen und aktuelle Entwicklungen - etwa die Diskussion um das "Einwanderungsgesetz" - mitzuverfolgen. Wenn es um das zukünftige Zusammenleben in unserer Gesellschaft geht, ist der Standpunkt von jungen Leuten besonders gefragt.

Auch die Kirchen melden sich immer wieder zu Wort, wenn es um das Miteinander von deutschen und ausländischen Bürgern geht. "Wir glauben als Christen, dass Gott diese Welt in ihrer Vielfalt geschaffen hat. Dass die Menschen dem Bild Gottes ähnlich sind, gibt ihnen nicht nur eine besondere Rolle und Verantwortung, sondern bedeutet auch, dass alle Menschen die gleiche Würde haben - unabhängig von ihrer individuellen Prägung, ihrer Sprache, ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht und ihrem Aussehen". So bekannten es Anfang Mai 2001 die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz in einem "Gemeinsamen Wort zur Woche der ausländischen Mitbürger/interkulturelle Woche". Initiativen und Aktionen zur Überwindung von rassistischem Denken und Verhalten, gerade auch für Kinder und Jugendliche, werden darin ausdrücklich begrüßt.

Allen, die diesen Tag und die ganze Kampagne vorbereitet haben und an ihr mitwirken, danke ich in diesem Sinn von Herzen. Heute geht ein besonderer Dank an die Musikerinnen und Musiker und an alle, die auf dem Rathausplatz zusammen gekommen sind. Ich wünsche euch und Ihnen viel Spaß an der Musik und hoffe, dass die Veranstaltung zum Nachdenken bringt und Früchte trägt über diesen Tag hinaus!

Euer/Ihr
Karl Kardinal Lehmann
Bischof von Mainz