Logo Eine Kampagne der KJG für mehr Toleranz

Dokumentation

Resümee

Mit der Aktion "enjoy the difference" sollte deutlich werden, dass die KJG Zivilcourage zeigt und dass sie als solidarische Gemeinschaft von Kindern und Jugendlichen Nein sagt zu jeder Form von Intoleranz. Sich gegenseitig zu bestärken und aus der christlichen Überzeugung ein solidarisches Zeichen zu setzen gegen jede Form von Ausgrenzung und Gewalt ist eine ureigene verbandliche Aufgabe. Darum forderten wir andere auf, sich uns in dieser Position anzuschließen. Wenn wir uns heute fragen, ob wir unsere Zielsetzung erreicht haben, so kann die Kampagne insgesamt als durchweg erfolgreich eingeschätzt werden. Die Beteiligung im Verband war außergewöhnlich hoch und es gelang, das Anliegen auf alle Ebenen zu transportieren. Sowohl inner- als auch außerverbandlich wurde eine breite Öffentlichkeit erreicht, was die Anfragen und Rückmeldungen immer wieder deutlich machen. Viele Diözesanverbände, Bezirke und Pfarreien haben eigene Aktionen durchgeführt und sich kreative neue Formen ausgedacht, mit denen sie die Beschäftigung mit dem Anliegen unterstützten und weiter trugen. Dies reichte von der Ausschreibung von Wettbewerben über die Erstellung einer Ausstellung bis hin zu Konzerten gegen Rechts oder der Erstellung eines eigenen KJGedenkmals. Was wir darüber hinaus in den Köpfen erreicht haben, das können wir nicht mit Zahlen belegen, aber wir können hoffen, dass wir Denkprozesse in Gang gesetzt haben und dieses Hoffen gibt uns Mut und Kraft, um weiter für eine tolerantere Gesellschaft mit Worten und Taten ein-zutreten.

Interview mit Sabrina Pullem, Diözesanleiterin in Köln, einer Teilnehmerin und helfenden Hand bei der Veranstaltung in Düsseldorf

Sabrina Pullem

Wie sahen Deine Erwartungen bezüglich der Kampagne "enjoy the difference" im Vorfeld aus?

Meine Erwartung war, dass das Thema im ganzen Diözesanverband weiter getragen wird und dass sich viele Leute dafür begeistern.

Hattest Du auch persönliche Hoffnungen und Wünsche an die Kampagne?

Ja, dass ich mich auch privat mit dem Thema und den politischen Forderungen auseinandersetze und mir auch ein eigenes Meinungsbild dazu schaffe.

Welche Erfahrungen hast Du für Dich selbst mit der Kampagne gemacht?

Meine persönliche Erfahrung ist, dass es ein total interessantes Thema ist, dass die Politik in diesem Feld sehr viel sagt und dass ich aber auch sehr viel dazu zu sagen habe. Ich finde, die PolitikerInnen reden auf einer sehr theoretischen Ebene und ich bin mehr so der Praktiker. Das gute daran war, das man diese beiden Ebenen ein bisschen vermischen konnte. Man hörte also die theoretischen Forderungen, und ich konnte etwas Praktisches dazu sagen. Ich hab das Gefühl, dass Politiker und Politikerinnen sich auf einer nicht wirklich praktischen Ebene befinden und ich sitze eher mitten drin und bekomme "Ausländerfreundlichkeit" und "Ausländerfeindlichkeit" auch um mich herum mit, je nach dem, wo ich dann gerade bin.

Hast Du das Thema auch in Dein persönliches Umfeld getragen?

Also weniger, ich fing zwar schon an der einen oder anderen Ecke an zu diskutieren, weil meine Freunde natürlich nicht alle die gleiche Meinung haben wie ich, bzw. die, die die KJG vertritt, aber ich bin dann schon an einigen Stellen ein bisschen angeeckt.

Wie sahen nun Deine Eindrücke von der Veranstaltung in Düsseldorf aus?

Es war sehr viel Laufpublikum da, was aber nicht so lange blieb, sondern zum größten Teil immer dann an der Bühne stand, wenn eine Band spielte und weiterging, wenn die PolitikerInnen redeten. Das hat wieder voll gepasst, die PolitikerInnen reden und zwar total theoretisch und auch so ein bisschen an der Realität vorbei.

Hättest Du Dir an der Stelle etwas bestimmtes von den PolitikerInnen gewünscht?

Ich hätte mir eigentlich von dem Publikum gewünscht, dass da mal jemand aufsteht und was dazu sagt - vielleicht auch von mir selber. Und von den PolitikerInnen das, was ich mir immer wünsche, dass sie da oben auf der Bühne nicht nur ihren persönlichen Wahlkampf betreiben.

Gibt es etwas, was Du Dir bezüglich des Themas für die Zukunft wünschst?

Ich selber habe mich auf der Bundeskonferenz sehr lange mit einem Vertreter der Jüdischen Studenten unterhalten, das fand ich sehr interessant und für mich auch total bereichernd. Es hat mich noch mal bestärkt, da noch mal mehr zu erfahren und auch gegenseitig davon zu profitieren, was man für Erfahrungen in der Jugendarbeit gemacht hat und was die Themen Religion und Kultur dort für einen Einfluss haben. Bei der Muslimischen Jugend war ich dann in der Untergruppe. Ich kenne zwar viele Menschen muslimischen Glaubens, aber ich habe mich noch nie mit denen über Glaube, Gott, Allah unterhalten. Ich bekomme nur in meiner Umwelt ganz viele Traditionen mit ohne zu erfahren, warum es sie gibt und ich glaube, durch den Dialog kann da ganz viel Aufklärung passieren. Wenn man viel besser bescheid weiß, was einfach mal hinter allem steckt, dann glaube ich, dass man da viel besser mit umgehen kann.

Ich würde mir wünschen, dass den Dialog sehr viele Menschen in der KJG führen, damit er weite Kreise zieht und alle davon profitieren!